
Volkswagen sondiert nach Medienberichten eine weitreichende Neuausrichtung seines Werks im niedersächsischen Osnabrück. Laut einem Bericht der Financial Times, auf den sich mehrere Medien berufen, führt der Konzern Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems über eine mögliche Kooperation. Demnach wird geprüft, ob das traditionsreiche, derzeit defizitäre Werk von der Fahrzeugproduktion teilweise oder ganz auf Komponenten für das israelische Luftverteidigungssystem Iron Dome umgestellt werden könnte.
Offiziell hält sich der Wolfsburger Konzern bedeckt. Gegenüber der Deutschen Welle betonte ein Sprecher, die Produktion von Waffen durch die Volkswagen AG sei „für die Zukunft weiterhin ausgeschlossen“; man beteilige sich nicht an Spekulationen über das Werk Osnabrück. Zugleich räumte der Sprecher ein, der Standort werde im Rahmen eines offenen Prüfprozesses für die Zeit nach 2027 bewertet. Man prüfe „tragfähige Optionen“ und führe Gespräche mit verschiedenen „Marktteilnehmern“, konkrete Entscheidungen gebe es aber nicht. Die Belegschaft werde über den Stand der Überlegungen informiert.
Auslöser der Debatte ist der Strategiewechsel, den Europas größter Autohersteller 2024 für das Werk beschlossen hat. Die Produktion der aktuellen Modelle – darunter das T-Roc Cabriolet – läuft bis 2027 aus; bereits im vergangenen Jahr war die Arbeitswoche in Osnabrück um einen Tag verkürzt worden, um Kosten zu senken. Rund 2.300 Arbeitsplätze stehen damit perspektivisch zur Disposition. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts, auf die sich der Financial Times-Bericht bezieht, könnte eine industrielle Umrüstung auf Verteidigungstechnik helfen, diese Jobs zu sichern.
Den Berichten zufolge würden in Osnabrück keine Raketen selbst gefertigt. Stattdessen steht demnach die Produktion von Schwerlast-Lkw, Startern und elektrischen Generatoren im Raum, die zum Iron-Dome-System gehören. Rafael soll zudem prüfen, in Deutschland ein weiteres Werk zu errichten, das speziell der Raketenfertigung diente. Die mögliche Kooperation fällt in eine Phase, in der europäische Automobilhersteller unter Druck stehen – durch sinkende Margen, den Wettbewerbsdruck aus China und die Unsicherheiten der Elektrifizierung. Parallel entwickelt sich der Verteidigungssektor für Teile der Industrie zu einem alternativen Absatzfeld. Ob Volkswagen in größerem Stil auf diesen Kurs einschwenkt, bleibt jedoch offen, solange der Konzern offiziell nur von einer ergebnisoffenen Standortsuche für Osnabrück spricht.
Österreichs Hochschulen haben im aktuellen „QS World University Ranking by Subject“ ihre internationale Sichtbarkeit deutlich untermauert. Acht Universitäten des Landes wurden in mindestens einem der 55 bewerteten Fachgebiete unter die weltweit besten 50 gereiht. Besonders hervor sticht wie in den Vorjahren die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw), die in den Darstellenden Künsten Rang sechs erreicht und damit das beste heimische Ergebnis liefert. Die meisten Top-50-Nennungen entfielen erneut auf die Universität Wien, die in sieben Fächern vorne mitmischt.
Die britische Agentur Quacquarelli Symonds (QS) erhebt für ihr Fächerranking jährlich die Reputation der jeweiligen Disziplinen bei Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sowie bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Zusätzlich fließen Zitierungen wissenschaftlicher Publikationen aus der Elsevier-Scopus-Datenbank in die Bewertung ein, ebenso wie die Intensität von Forschungspartnerschaften mit anderen Hochschulen. Das Ergebnis soll ein kombiniertes Bild aus akademischem Ansehen, Forschungsleistung und Beschäftigungsfähigkeit der Absolventinnen und Absolventen zeichnen.
Unter den heimischen Kunstuniversitäten schaffen es 2026 gleich drei Einrichtungen in die globale Spitzengruppe. In den Darstellenden Künsten rangiert neben der mdw auch das Mozarteum in Salzburg in den Top 50, auf Platz 17. In der Kategorie Musik belegt die mdw Rang 19, das Mozarteum wird im Band der Plätze 26 bis 50 geführt. Erstmals gelingt der Akademie der bildenden Künste Wien der Sprung in die oberste Liga: Im Fach Kunst und Design erreicht sie Rang 26. Damit festigen die spezialisierten Kunststandorte ihre Rolle als internationale Aushängeschilder des österreichischen Hochschulsektors.
Die Universität Wien positioniert sich vor allem über die Breite ihres Fächerspektrums in der Spitzengruppe. Am besten gereiht sind die Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Rang 13 weltweit. Weitere Top-50-Platzierungen gibt es in Theologie (22), Anthropologie (34), Geografie (35), Archäologie (36), Philosophie (49) und Geschichte (50). Jenseits der Geistes- und Sozialwissenschaften treten weitere spezialisierte Institutionen hervor: Die Universität für Veterinärmedizin erreicht Rang 27, die Universität für Bodenkultur (Boku) kommt im Fach Agrar- und Forstwirtschaft auf Platz 30. Die Technische Universität Wien wird im Fach Architektur auf Rang 44 geführt, während die in Wien ansässige Central European University (CEU) in den Politikwissenschaften Rang 45 belegt.
Die Ergebnisse unterstreichen die starke Position österreichischer Hochschulen in klar umrissenen Fachdomänen – von Kunst und Musik über Medien und Theologie bis hin zu Veterinärmedizin, Agrarwissenschaften, Architektur und Politikwissenschaft. In einem global intensiv umkämpften Hochschulmarkt stärken die Platzierungen die internationale Sichtbarkeit des Standorts, ohne dass es sich um eine flächendeckende Dominanz handelt: Die Spitzenleistungen konzentrieren sich auf ausgewählte Nischen, in denen heimische Universitäten traditionell hohe Expertise aufgebaut haben.