LONDON, 14. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Der Wellcome Prize for Mental Health Science with Nature wurde ins Leben gerufen, um Innovationen zu fördern und Fortschritte in einem der dringendsten und am stärksten unterfinanzierten Bereiche der globalen Gesundheit voranzutreiben. Als weltweit größter Preis seiner Art würdigt und unterstützt er wissenschaftliche Fortschritte bei der Erforschung und Behandlung von Angststörungen, Depressionen und Psychosen mit nachweisbarer Wirkung.

Professorin Miranda Wolpert, Director of Mental Health bei Wellcome, sagte:
„Die Wissenschaft zur psychischen Gesundheit hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Bahnbrechende Forschungsergebnisse eröffnen bereits neue Wege, psychische Erkrankungen zu verstehen und zu behandeln. Der Preis soll die beeindruckenden neuen Entdeckungen würdigen, die das Leben vieler Menschen nachhaltig verändern können."
Indem Interventionen hervorgehoben werden, die nachweislich zu bedeutsamen Verbesserungen der Ergebnisse führen, macht der Preis die Chancen und Fortschritte im Bereich der psychischen Gesundheit sichtbar. Fortschritte in der Wissenschaft zur psychischen Gesundheit verbessern bereits heute das Verständnis und die Behandlung vieler Erkrankungen und können die Lebensqualität von Betroffenen nachhaltig erhöhen. Viele Krankheitsbilder sind heute besser behandelbar – insbesondere durch frühere und wirksamere Interventionen – und eröffnen neue Perspektiven für viele Betroffene und deren Angehörige.
In den vergangenen Jahren hat wegweisende Forschung zu bedeutenden Durchbrüchen geführt – ein grundlegender Wandel in der Wissenschaft zur psychischen Gesundheit, den der Preis würdigt.
Die Dimension der Herausforderung ist jedoch weiterhin erheblich. Weltweit leben mehr als eine Milliarde Menschen mit psychischen Erkrankungen, während viele Gesundheitssysteme lediglich begrenzt darauf reagieren können.1 Der globale Mediananteil der staatlichen Gesundheitsausgaben für psychische Gesundheit liegt bei nur 2,1 %. Die Ausgaben reichen von lediglich 0,04 USD pro Person in Ländern mit niedrigem Einkommen bis zu 65,89 USD in Ländern mit hohem Einkommen.1,2 Die weltweite Medianzahl spezialisierter Fachkräfte für psychische Gesundheit beträgt 13,5 pro 100.000 Einwohner – in Ländern mit niedrigem Einkommen sogar nur 1–2.2 Die Systemkapazitäten stehen unter massivem Druck.
Angststörungen und Depressionen sind heute weltweit die führenden Ursachen für Behinderung, und ihre Häufigkeit nimmt zu. Dennoch erhalten global nur etwa 9 % der Menschen mit Depressionen eine angemessene Behandlung.3 Dies stellt eine tiefgreifende und vielschichtige Belastung für die Betroffenen selbst und für die Gesellschaft dar. Unbehandelte psychische Erkrankungen erhöhen das Risiko körperlicher Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, verringern die Lebensqualität und erhöhen die vorzeitige Sterblichkeit3. Zudem verursachen sie Produktivitäts- und wirtschaftliche Verluste, die die Gesundheitskosten bei weitem übersteigen – weltweit gehen jährlich schätzungsweise 12 Milliarden Arbeitstage durch Angststörungen und Depressionen verloren.3
Dr. Magdalena Skipper, Chefredakteurin von Nature und Vorsitzende der Jury, sagte:
„Prävention und Behandlung zentraler medizinischer Herausforderungen wie der psychischen Gesundheit erfordern belastbare und vertrauenswürdige Forschung aus vielen Disziplinen. Indem dieser Preis wissenschaftlich fundierte und umsetzbare Lösungen ins Rampenlicht stellt, wird er den Fortschritt beschleunigen und denjenigen eine Plattform bieten, deren Arbeit das Potenzial hat, Leben zu verändern, politische Prozesse zu beeinflussen und die Praxis weltweit zu stärken. Ich freue mich sehr über die Partnerschaft mit Wellcome, da die Sichtbarmachung multidisziplinärer Forschung, die Fortschritt ermöglicht, im Kern dessen liegt, wofür Nature und das Nature Portfolio stehen."
Der Wettbewerb steht ab sofort Forschungsteams sowie kleinen und mittleren Organisationen weltweit offen. Bewerbungsschluss ist der 18. September 2026. Die Einreichungen sollten von hoher wissenschaftlicher Qualität sein, durch die Einbindung gelebter Erfahrung fundiert sein und ein klares Potenzial haben, Ergebnisse zu verbessern und Leben in großem Ausmaß zu verändern. Die Finalisten werden im Mai 2027 bekannt gegeben, der Gewinner im Juni 2027. Der Hauptgewinner erhält 1 Mio. USD, drei Finalisten jeweils 250.000 USD – zusätzlich zu globaler Anerkennung, erhöhter Sichtbarkeit ihrer Forschung und praktischer Unterstützung durch ein Entwicklungsprogramm zur Förderung der Umsetzung und politischen Integration.
Der von Wellcome und Nature unterstützte Preis vereint zwei globale Organisationen, die für wissenschaftliche Exzellenz und Investitionen in die internationale Forschungsgemeinschaft bekannt sind. Psychische Gesundheit ist ein zentraler Förderschwerpunkt von Wellcome. Die globale Gesundheitsstiftung unterstützt neue Ansätze für frühzeitige Interventionen bei Angststörungen, Depressionen und Psychosen. Das Nature-Awards-Team begleitet die Konzeption und Umsetzung des international sichtbaren, inklusiv konzipierten und wissenschaftlich fundierten Preises. Die Bewerbungen werden von einer Expertenjury bewertet – darunter Magdalena Skipper, Professor Chyrell Bellamy (Yale School of Medicine) und Obi Felten (Google X, Moonshot & Flourish Labs) – anhand von vier Kernkriterien: Innovationsgrad, Glaubwürdigkeit, Wirksamkeit und Umsetzbarkeit unter Einbindung von praktischen Erfahrunge.
Die Würdigung dieser wissenschaftlichen Fortschritte trägt dazu bei, die Umsetzung wirksamer Lösungen zu beschleunigen und den Zugang zu passgenaueren Behandlungen, Interventionen und Versorgungsangeboten zu verbessern.
Bewerbungen sind ab sofort möglich. Teilnahmeberechtigte Forschungsteams sowie kleine und mittlere Unternehmen werden eingeladen, sich über zu bewerben.
Hinweise für Redaktionen
Über Wellcome:
Wellcome fördert Wissenschaft zur Lösung dringender globaler Gesundheitsprobleme. Die Stiftung unterstützt Grundlagenforschung zu Leben, Gesundheit und Wohlbefinden und konzentriert sich auf drei globale Herausforderungen: psychische Gesundheit, Infektionskrankheiten sowie Klima und Gesundheit.
Über Nature:
Nature ist eine führende internationale wissenschaftliche Fachzeitschrift und veröffentlicht hochwertige, peer-reviewte Forschung aus zahlreichen Disziplinen. Als Teil von Springer Nature ist Nature weltweit anerkannt für ihren Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt und als Plattform für bedeutende Durchbrüche, die das globale Verständnis von Wissenschaft und Gesundheit prägen. Springer Nature zählt zu den weltweit führenden Wissenschaftsverlagen, veröffentlicht die größte Anzahl von Fachzeitschriften und Büchern und ist ein Pionier der Open-Research-Bewegung.
Mit unseren etablierten Marken, denen seit über 180 Jahren vertraut wird, bieten wir technologiegestützte Produkte, Plattformen und Services, die Forschenden helfen, neue Ideen zu entwickeln und zu teilen, medizinischem Fachpersonal den Zugang zum neuesten Stand der Wissenschaft ermöglichen und Lehrkräfte bei der Weiterentwicklung von Bildung unterstützen. Wir sind stolz darauf, Teil des Fortschritts zu sein und gemeinsam mit den Gemeinschaften, denen wir dienen, Wissen zu teilen und Verständnis zu fördern. Weitere Informationen unter about.springernature.com und @SpringerNature.
References
1 World Health Organization (2025) Over a billion people living with mental health conditions – services require urgent scale-up. Available at: https://www.who.int/news/item/02-09-2025-over-a-billion-people-living-with-mental-health-conditions-services-require-urgent-scale-up (Accessed: May 2026).
2 World Health Organization (2025) Mental Health Atlas 2024. Available at: https://www.who.int/publications/i/item/9789240114487 (Accessed: May 2026).
3 World Health Organization (2025) World mental health today: Latest data. Available at: https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/1714489-1345-4439-8b37-6cbdc52e15ca/content (Accessed: May 2026).
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Österreich zieht angesichts steigender Unfallzahlen bei E-Scootern und E-Bikes die Regeln an. Mit 1. Mai tritt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) in Kraft, die vor allem Jugendliche stärker in die Pflicht nimmt. Kernpunkte sind eine ausgeweitete Helmpflicht für junge Lenkerinnen und Lenker sowie technische Vorgaben und ein niedrigeres Alkohollimit für E-Scooter. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sieht in den Änderungen einen Schritt zu mehr Sicherheit, fordert aber über die gesetzlichen Mindeststandards hinaus das Tragen von Helmen in allen Altersgruppen.
Die Helmpflicht wird nach Fahrzeugkategorien und Alter differenziert. Auf herkömmlichen, muskelbetriebenen Fahrrädern bleibt es bei der bekannten Regel: Bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr ist ein Helm verpflichtend. Für E-Bikes mit Pedalen steigt die Altersgrenze nun auf 14 Jahre, für E-Scooter gilt ab Mai eine Helmpflicht bis zum 16. Geburtstag. Wer sich nicht daran hält, muss mit saftigen Strafen rechnen: Für 14- oder 15-Jährige ohne Helm am E-Scooter sind theoretisch bis zu 726 Euro Geldstrafe vorgesehen, in der Praxis rechnen Experten mit Beträgen zwischen 50 und 100 Euro. Das KFV verweist zugleich darauf, dass die Mehrheit der Verunfallten deutlich älter ist als die nun gesetzlich erfassten Altersgruppen.
Parallel zu den Altersvorgaben verschärft der Gesetzgeber die technischen und alkoholrechtlichen Bestimmungen für E-Scooter. Künftig müssen die elektrischen Roller mit Blinkern und einer Klingel ausgestattet sein. Zudem sinkt die Promillegrenze für E-Scooter-Lenker von bisher 0,8 auf 0,5 Promille und liegt damit unter jener für Rad- und E-Bike-Fahrer, für die weiterhin ein Limit von 0,8 Promille gilt. Die Anpassungen verstehen sich als Reaktion auf eine hohe Zahl von Unfällen mit E-Scootern, etwa knapp 2.100 Vorfälle in einem Bundesland innerhalb eines Jahres. Eine weitere StVO-Anpassung ist für 1. Oktober angekündigt, sie soll unter anderem E-Mopeds betreffen, die derzeit noch als Fahrräder gelten.
Verkehrssicherheitsexperten und Medizinerinnen mahnen, die neuen gesetzlichen Mindestvorgaben nicht als Obergrenze zu verstehen. KFV-Direktor Christian Schimanofsky betont, dass in Österreich pro Jahr rund 1.000 schwere Kopfverletzungen verhindert werden könnten, würden alle E-Bike- und E-Scooter-Nutzerinnen und -Nutzer einen Helm tragen. Laut KFV sind beim E-Bike 97 Prozent der Verletzten 14 Jahre oder älter, bei E-Scootern sind 82 Prozent der Verletzten 16 Jahre oder älter – also Gruppen, für die keine Helmpflicht vorgesehen ist. Die Anästhesistin und Notärztin Rebana Scherzer verweist auf Schädel-Hirn-Verletzungen als eine der häufigsten Todesursachen nach Unfällen und warnt vor schweren Langzeitfolgen, insbesondere bei älteren Menschen. Das KFV startet daher begleitend zur StVO-Novelle eine Informationskampagne und empfiehlt altersunabhängig das Tragen eines Helms.