MAILAND, 15. Mai 2026 /PRNewswire/ -- Eine vergleichende Studie, die auf den ESGE-Tagen 2026 vorgestellt wurde, hat ergeben, dass die endoskopische Sleeve-Gastroplastie (ESG) bei Erwachsenen mit Fettleibigkeit mit einem signifikant größeren kurzfristigen Gewichtsverlust verbunden ist als orales Semaglutid.
Die retrospektive Kohortenstudie umfasste 150 Patienten, die in der klinischen Routinepraxis behandelt wurden, und bewertete die Ergebnisse nach sechs Monaten.
Bei den Patienten, die sich der ESG unterzogen, wurde ein mittlerer Gesamtkörpergewichtsverlust von 12,7 % erreicht, verglichen mit 8,7 % bei den Patienten, die 14 mg orales Semaglutid erhielten, was einem mittleren Unterschied von etwa 4,0 % entspricht (p=0,0001). Dieser Unterschied blieb auch nach Anpassung an die Ausgangscharakteristika, einschließlich Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und Diabetesstatus, signifikant und wurde durch mehrere Sensitivitätsanalysen bestätigt.
Die endoskopische Sleeve-Gastroplastik ist ein minimal-invasives endoskopisches Verfahren zur Verringerung des Magenvolumens, während Semaglutid ein Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor-Agonist ist, der die Gewichtsabnahme durch Appetitregulierung fördert. Direkte reale Vergleiche zwischen verfahrenstechnischen und pharmakologischen Ansätzen sind nach wie vor begrenzt, insbesondere bei oralen Formulierungen.
Bei Patienten, die sich der ESG unterzogen, war auch die Wahrscheinlichkeit einer klinisch bedeutsamen Gewichtsabnahme größer. Nach sechs Monaten erreichten 70 % der Patienten in der ESG-Gruppe einen Gewichtsverlust von mindestens 10 % gegenüber 43 % in der Semaglutid-Gruppe, während 36 % einen Gewichtsverlust von mindestens 15 % im Vergleich zu 7 % erreichten. Die Raten der unerwünschten Ereignisse waren zwischen den Gruppen vergleichbar und betrafen überwiegend leichte gastrointestinale Symptome, wobei keine ernsthaften Komplikationen oder Todesfälle gemeldet wurden.
Dr. Nitin G. Jagtap, Hauptautor der Studie, sagte, dass die Ergebnisse eine häufige klinische Frage behandeln. „In der Praxis fragen Patienten oft, ob sie sich für ein Verfahren oder ein Medikament entscheiden sollen, aber es gibt nur sehr wenige vergleichende Daten, die diese Entscheidung unterstützen. Wir haben uns auf orales Semaglutid konzentriert, weil es im Studienzeitraum die am häufigsten verfügbare Option war, so dass dies eine reale klinische Entscheidung und keinen künstlichen Vergleich widerspiegelt."
Er fügte hinzu: „Der um etwa 4 % höhere Gewichtsverlust mit ESG ist bedeutsam und kann zu einer verbesserten Kontrolle von mit Fettleibigkeit zusammenhängenden Erkrankungen wie Diabetes und Fettleber führen."
Dr. Jagtap betonte, dass die Wahl der Behandlung weiterhin individuell erfolgen sollte, wobei die Präferenzen der Patienten, der Zugang und die langfristige Therapietreue berücksichtigt werden sollten. „Eine tägliche orale Therapie erfordert ein dauerhaftes Engagement, während die ESG eine einmalige Maßnahme ist, die mit einem schnelleren Gewichtsverlust einhergeht. Diese Ansätze sollten als komplementär betrachtet werden", erklärte er.
„Die Zukunft der Pflege liegt in der personalisierten Behandlungsauswahl, d. h. in der Abstimmung des richtigen Ansatzes auf den richtigen Patienten", schloss Dr. Jagtap.
View original content:https://www.prnewswire.com/news-releases/esge-tage-2026-endoskopisches-verfahren-fuhrt-kurzfristig-zu-groWerem-gewichtsverlust-als-orales-semaglutid-so-eine-studie-302767216.html
Der Halbleiter- und Lichtkonzern ams-Osram stellt sein Geschäftsportfolio neu auf und setzt dabei verstärkt auf Wachstumsmärkte wie Komponenten für Augmented-Reality-Brillen und intelligente Lichttechnologien. Vorstandschef Aldo Kamper bezeichnete den Verkauf der nicht optischen Sensorsparte an Infineon als wichtigen Schritt, um das Unternehmen „für die Zukunft aufzustellen“. Die Transaktion soll dem Konzern 570 Millionen Euro einbringen und nach aktueller Planung zum 1. Juli abgeschlossen werden.
Mit dem Verkauf trennt sich ams-Osram von einem Geschäftsbereich, der rund sieben Prozent zum Konzernumsatz beigesteuert hat, reduziert im Gegenzug aber die eigene Verschuldung deutlich. Laut Kamper kann die Schuldenlast um etwa ein Drittel gedrückt werden, die jährlichen Zinszahlungen sollen in den kommenden Jahren von rund 300 Millionen Euro auf etwa die Hälfte sinken. Der so gewonnene finanzielle Spielraum soll in den Ausbau bestehender Geschäftsfelder und in neue Produkte fließen.
Im Zentrum der Wachstumsstrategie stehen Komponenten für Augmented-Reality-Brillen. Bereits heute liefert ams-Osram Sensorelemente an Hersteller solcher Systeme, wenn auch in nach Kamps Worten noch „überschaubarem“ Ausmaß. Mittelfristig rechnet der CEO mit einem stark wachsenden Markt: Anfang der 2030er-Jahre hält er weltweit jährlich 50 bis 100 Millionen verkaufte AR-Brillen für denkbar, ab der Mitte des Jahrzehnts möglicherweise mehr. AR-Brillen sollen reale Umgebungen erweitern, Navigationsinformationen einblenden, Gesichtserkennung ermöglichen oder Vitalparameter überwachen; Nutzungsszenarien sieht Kamper in großer Bandbreite.
Parallel dazu baut ams-Osram digitale Photonik- und LED-Lösungen aus, etwa hochauflösende und „intelligente“ Scheinwerfer, die bereits im Automotive-Bereich im Einsatz sind. Dieses Geschäft bringt derzeit Erlöse im zweistelligen Millionenbereich ein, bis 2028 peilt das Management einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro an. Weitere Zukunftschancen sieht der Konzern in Lasersystemen für den Rüstungssektor, wo ebenfalls mit zusätzlichem Wachstum gerechnet wird.
Für den Hauptstandort Premstätten in der Steiermark erwartet das Unternehmen trotz der Portfoliobereinigung keine einschneidenden Einschnitte. Nach Abschluss der Infineon-Transaktion sollen 70 Beschäftigte aus der Entwicklung an den Grazer Infineon-Standort wechseln, während Infineon vorerst weiterhin aus dem Werk in Premstätten beliefert wird. ams-Osram bleibt damit auf absehbare Zeit als Auftragsfertiger aktiv. Die Mitarbeiterzahl am Standort soll von derzeit etwa 1.450 bis 2030 auf 1.550 steigen, gestützt von Förderzusagen der Republik Österreich von bis zu 227 Millionen Euro, unter anderem aus dem EU Chips Act.