Steyr Motors veröffentlicht Geschäftsbericht 2025 und plant Dividende

10.03.2026


Die Steyr Motors AG, ein österreichischer Hersteller von Spezialmotoren für Defense- und zivile Anwendungen, hat ihren testierten Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Das Unternehmen verzeichnete ein Umsatzwachstum von 16,4 Prozent auf 48,5 Millionen Euro. Das bereinigte EBIT belief sich auf 7,0 Millionen Euro, was einer bereinigten EBIT-Marge von 14,5 Prozent entspricht. Der Geschäftsverlauf 2025 wurde durch projektbezogene Verschiebungen beeinflusst, unter anderem durch verzögerte Budgetfreigaben bei staatlichen Institutionen.

Parallel zur Veröffentlichung des Geschäftsberichts hat der Vorstand der Steyr Motors AG beschlossen, der ordentlichen Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,25 Euro je dividendenberechtigter Aktie vorzuschlagen. Dies wäre die erste Dividende seit dem Börsengang des Unternehmens im Herbst 2024. Die endgültige Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns obliegt der Hauptversammlung, die am 10. April 2026 stattfinden wird.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Steyr Motors einen Umsatz von 75 bis 95 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge von mindestens 15 Prozent. Das Unternehmen nennt neue Anwendungen bei Unmanned Surface Vehicles (unbemannten Wasserfahrzeugen) und Stromgeneratoren als zusätzliche Wachstumstreiber. Der Gesamtauftragsbestand wurde bis Ende 2030 auf über 300 Millionen Euro gesteigert.

Strategische Initiativen wie die Akquisition des dänischen Motorenspezialisten BUKH sollen die Marine- und Defense-Position des Unternehmens stärken. Zudem hat Steyr Motors einen Rahmenvertrag mit KNDS abgeschlossen, der die Lieferung von mindestens 500 Motor-Generator-Einheiten für militärische Anwendungen wie den Leopard-2-Kampfpanzer bis 2034 vorsieht. Diese Entwicklungen bilden die Grundlage für die optimistische Prognose und die geplante Dividendenausschüttung.

Rechnungshof kritisiert Risikomanagement der BIG beim Projekt Vienna Twentytwo

13.03.2026


Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sieht sich nach einem gemeinsamen Großprojekt mit der Signa-Unternehmensgruppe mit deutlichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Wie aus einem aktuellen Bericht des Rechnungshofs hervorgeht, haben sich die Errichtungskosten für das Immobilienprojekt Vienna Twentytwo im 22. Wiener Gemeindebezirk nahezu verdoppelt und liegen inzwischen bei rund 412 Millionen Euro. Die ursprünglich kalkulierte Rendite von 6,97 Prozent sank in der Folge laut Bericht auf nur noch 1,46 Prozent.

Vienna Twentytwo wurde von der BIG-Tochter Austrian Real Estate Development (ARE Development) gemeinsam mit der Signa-Tochter Forum Donaustadt Holding entwickelt. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden 16 eigene Projektgesellschaften gegründet, an denen ARE jeweils 49 Prozent und Signa 51 Prozent hielt. Der Projektstart datiert auf das Jahr 2016, die Fertigstellung war für 2022 vorgesehen. Die Partnerschaft wurde jedoch von Unstimmigkeiten begleitet und schließlich im Jänner 2024 beendet.

Der Rechnungshof kritisiert insbesondere das Risikomanagement zu Beginn der Kooperation. Zwar lagen der ARE nach eigenen Angaben bereits 2016 Unterlagen vor, die Signa als wirtschaftlich und technisch fähigen Partner auswiesen, eine standardisierte Risikobeurteilung wurde jedoch nicht vorgenommen. Bei längerfristigen Geschäftsbeziehungen müsse diese „streng und umfassend“ ausfallen, heißt es in dem Bericht. Hintergrund ist die Gefahr, dass bei einer möglichen Insolvenz des privaten Partners das gesamte Projektrisiko auf den öffentlichen Partner übergehen kann.

Zu den wesentlichen Kostentreibern zählten laut Rechnungshof Verzögerungen bei der Bauzeit, Baupreissteigerungen sowie eine mangelhafte Planungs- und Ausschreibungsqualität, die die Finanzierungskosten in die Höhe trieben. Diese hätten sich in der Folge etwa verdoppelt. Die ARE verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass sie zwei Jahre nach Projektbeginn eine standardisierte Prüfung von Projektpartnern eingeführt habe. Mittlerweile sei dieses Verfahren weiter verschärft worden, unter anderem durch eine vertiefende Prüfung, um ähnliche Risiken bei künftigen Public-Private-Partnerships besser zu kontrollieren.