
Die Stadt Wien hat erstmals eine detaillierte Kostenrechnung für Kindergartenplätze vorgelegt und damit einen bislang fehlenden Blick auf die Ausgabenstruktur der öffentlichen Kinderbetreuung eröffnet. Demnach kostet ein Platz in einem städtischen Kindergarten im Jahr 2023 durchschnittlich 13.767 Euro pro Kind und Jahr. Private Träger erhalten für geförderte Plätze im selben Zeitraum hingegen 9.088 Euro pro Kind und Jahr an öffentlicher Förderung.
Verantwortlich für den deutlichen Unterschied sind nach Angaben der zuständigen Stadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) insbesondere die Aufwendungen für Integrations- und heilpädagogische Plätze. Dieser Bereich werde beinahe vollständig von der Stadt getragen. Städtische Einrichtungen decken einen Großteil dieser besonders betreuungsintensiven Angebote ab, was sich in höheren Gesamtaufwendungen niederschlägt.
Für die Auswertung wurden erstmals vorhandene Rohdaten systematisch aufbereitet. Emmerling betonte im Gemeinderat und in Gesprächen mit Medien, dass damit eine neue Transparenzstufe erreicht werde. Die nun vorliegende Methodik soll als Grundlage für die geplante Reform des Fördersystems dienen. Bisher existiert für die privaten Kindergärten lediglich die Information über die ausbezahlten Förderbeträge, die durch die Anzahl der geförderten Plätze geteilt wurden; eine vollständige Kostenrechnung der privaten Betreiber liegt der Stadt nicht vor.
Aus der Analyse der städtischen Einrichtungen geht hervor, dass rund 80 Prozent der Kosten eines Betreuungsplatzes auf Personal entfallen. Für die Jahre nach 2023 liegen noch keine finalen Zahlen vor, da etwa der Rechnungsabschluss 2025 noch aussteht. Emmerling wies zudem darauf hin, dass die öffentlichen Zuschüsse an private Träger nicht deren gesamten Betrieb abdecken. Diese Einrichtungen können in einem gewissen Umfang Elternbeiträge einheben, wodurch sich ihre Gesamtfinanzierung aus mehreren Quellen speist. Mit der neuen Datengrundlage will die Stadt Wien die Strukturen der Kindergartenförderung überprüfen und künftige Mittelverteilungen auf eine transparentere Basis stellen.

Die Stadt Wien startet ein neues Förderprogramm für Photovoltaik-Anlagen und richtet den Fokus dabei klar auf bisher ungenutzte Flächen im dicht bebauten Stadtgebiet. Ab 4. Mai 2026 stehen dafür 7 Millionen Euro bereit. Gefördert werden vor allem innovative und multifunktionale Anlagen, die technisch anspruchsvoller oder kostenintensiver sind als klassische Aufdachlösungen – etwa Installationen an Gebäudefassaden oder auf Dachgärten.
Mit dem Paket verfolgt die Stadt mehrere energiepolitische Ziele. Der Ausbau klimafreundlicher Stromerzeugung soll beschleunigt und die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten verringert werden. Gleichzeitig zielt Wien darauf ab, langfristig mehr Kontrolle über die Energiepreise zu gewinnen. Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) verweist in diesem Zusammenhang auf den geplanten Ausstieg aus Gas und Öl und bezeichnet Sonnenstrom als zentrale Säule für mehr Energieunabhängigkeit und eine klimafreundliche Zukunft.
Die Stadt reagiert damit auch auf Marktveränderungen: Die Kosten für klassische Aufdachanlagen und Speicher sind zuletzt deutlich gesunken, viele Projekte amortisieren sich bereits nach wenigen Jahren. Die Förderung wird daher nun gezielt auf komplexere Vorhaben verlagert. Unterstützt werden künftig vor allem Fassaden-PV-Anlagen sowie Photovoltaik auf Dachgärten, sofern diese öffentlich, öffentlich zugänglich oder gemeinschaftlich genutzt werden. Bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten können übernommen werden.
Parallel dazu bleiben bestehende Förderschienen bestehen. Programme für PV-Anlagen im mehrgeschoßigen Wohnneubau, auf Flugdächern und auf Gründächern haben sich nach Darstellung der Stadt bewährt und werden bis 2027 weitergeführt. Insgesamt soll der Ausbaupfad damit abgesichert werden: Bis 2030 strebt Wien eine installierte PV-Leistung von 800 Megawatt Peak (MWp) an – genug, um nach Angaben der Stadt rund ein Viertel aller Wiener Haushalte mit Sonnenstrom zu versorgen.
Um die Nachfrage anzukurbeln und Projekte zu erleichtern, baut Wien auch sein Beratungs- und Serviceangebot aus. Bürgerinnen, Bürger und Betriebe können sich kostenlos informieren, wie sich der Umstieg auf Sonnenstrom konkret umsetzen lässt. Beratungen sind telefonisch oder per Video-Call möglich und können online gebucht werden; weitere Details zum Förderpaket und zum erweiterten Informationsangebot stellt die Stadt ab 4. Mai auf sonnenstrom.wien.gv.at bereit.