Deutscher Exportmotor stottert zu Jahresbeginn

10.03.2026


Die deutschen Exporte sind mit einem Rückschlag ins Jahr 2026 gestartet. Im Januar wurden Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro ausgeführt, ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem starken Vormonat Dezember, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit fiel der Rückgang stärker aus als von Analysten erwartet, nachdem die Ausfuhren im Dezember noch um rund vier Prozent zugelegt hatten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Januar 2025 legten die Exporte lediglich um 0,6 Prozent zu.

Besonders deutlich waren die Einbrüche in zwei wichtigen Absatzregionen. Die Ausfuhren in die EU-Staaten schrumpften um 4,8 Prozent zum Vormonat auf 71,6 Milliarden Euro. Noch gravierender war der Rückgang im Geschäft mit China: Die Exporte in die Volksrepublik brachen um gut 13 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro ein. Als positiver Gegenpol erwies sich das wichtigste Exportland USA, wo die Ausfuhren kräftig um 11,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro stiegen – trotz der anhaltenden Zollstreitigkeiten unter Präsident Donald Trump.

Parallel zu den Exporten gingen auch die deutschen Importe zurück, und zwar sogar noch stärker. Im Januar wurden Waren im Wert von 109,2 Milliarden Euro eingeführt, ein Minus von 5,9 Prozent gegenüber Dezember und 4,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Für das Gesamtjahr 2025 hatten die deutschen Exporte dank eines robusten Dezembers erstmals seit zwei Jahren wieder ein leichtes Plus verzeichnet. Für 2026 erwartet der Außenhandelsverband BGA ein Wachstum von lediglich 0,6 Prozent.

Die Stimmung in der Exportbranche hatte sich zuletzt leicht aufgehellt. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im Februar in den positiven Bereich auf plus 2,6 Punkte, nach minus 0,8 Punkten im Januar. Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser sprach von "etwas Rückenwind". Allerdings, so hieß es zu den Daten, die noch vor Beginn des Iran-Kriegs veröffentlicht wurden, könne von einer breiten Erholung noch keine Rede sein. Die Eskalation im Nahen Osten und die dadurch gestiegenen Ölpreise, die den Transport von Waren verteuern, belasten die Exportnation Deutschland zusätzlich. BGA-Präsident Dirk Jandura warnte: "Der deutsche Außenhandel startet schwach ins neue Jahr – und die Risiken nehmen weiter zu."

Rechnungshof kritisiert Risikomanagement der BIG beim Projekt Vienna Twentytwo

13.03.2026


Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) sieht sich nach einem gemeinsamen Großprojekt mit der Signa-Unternehmensgruppe mit deutlichen finanziellen Belastungen konfrontiert. Wie aus einem aktuellen Bericht des Rechnungshofs hervorgeht, haben sich die Errichtungskosten für das Immobilienprojekt Vienna Twentytwo im 22. Wiener Gemeindebezirk nahezu verdoppelt und liegen inzwischen bei rund 412 Millionen Euro. Die ursprünglich kalkulierte Rendite von 6,97 Prozent sank in der Folge laut Bericht auf nur noch 1,46 Prozent.

Vienna Twentytwo wurde von der BIG-Tochter Austrian Real Estate Development (ARE Development) gemeinsam mit der Signa-Tochter Forum Donaustadt Holding entwickelt. Für die Umsetzung des Vorhabens wurden 16 eigene Projektgesellschaften gegründet, an denen ARE jeweils 49 Prozent und Signa 51 Prozent hielt. Der Projektstart datiert auf das Jahr 2016, die Fertigstellung war für 2022 vorgesehen. Die Partnerschaft wurde jedoch von Unstimmigkeiten begleitet und schließlich im Jänner 2024 beendet.

Der Rechnungshof kritisiert insbesondere das Risikomanagement zu Beginn der Kooperation. Zwar lagen der ARE nach eigenen Angaben bereits 2016 Unterlagen vor, die Signa als wirtschaftlich und technisch fähigen Partner auswiesen, eine standardisierte Risikobeurteilung wurde jedoch nicht vorgenommen. Bei längerfristigen Geschäftsbeziehungen müsse diese „streng und umfassend“ ausfallen, heißt es in dem Bericht. Hintergrund ist die Gefahr, dass bei einer möglichen Insolvenz des privaten Partners das gesamte Projektrisiko auf den öffentlichen Partner übergehen kann.

Zu den wesentlichen Kostentreibern zählten laut Rechnungshof Verzögerungen bei der Bauzeit, Baupreissteigerungen sowie eine mangelhafte Planungs- und Ausschreibungsqualität, die die Finanzierungskosten in die Höhe trieben. Diese hätten sich in der Folge etwa verdoppelt. Die ARE verweist in ihrer Stellungnahme darauf, dass sie zwei Jahre nach Projektbeginn eine standardisierte Prüfung von Projektpartnern eingeführt habe. Mittlerweile sei dieses Verfahren weiter verschärft worden, unter anderem durch eine vertiefende Prüfung, um ähnliche Risiken bei künftigen Public-Private-Partnerships besser zu kontrollieren.