Café Tomaselli setzt auf Großgastronom GMS Gourmet für behutsame Modernisierung

30.03.2026


Das Café Tomaselli, nach eigenen Angaben das älteste Kaffeehaus Österreichs, steht vor einem strukturierten Generationenwechsel. Betreiberin Elisabeth Aigner, Vertreterin der Eigentümerfamilie, zieht sich mit Mai 2026 aus dem operativen Geschäft zurück. Erstmals in der jahrhundertelangen Geschichte des Hauses wird der laufende Betrieb damit an einen externen Partner übergeben – die Eigentumsverhältnisse und die Rolle des Cafés als Salzburger Institution sollen jedoch unverändert bleiben.

Den Zuschlag erhielt nach einem Auswahlverfahren die GMS GOURMET GmbH. Das Unternehmen zählt zu den größten Gastronomiebetreibern des Landes und verantwortet bereits Betriebe wie das Wiener Café Schwarzenberg, den Wiener Rathauskeller, das Café-Restaurant im Kunsthistorischen Museum sowie die Traditionsmarke Gerstner. Mit dem Einstieg in Salzburg sichert sich GMS Gourmet einen prestigeträchtigen Standort am Alten Markt und erweitert sein Portfolio um ein Haus mit mehr als 300-jähriger Kaffeehausgeschichte.

Für die Eigentümerfamilie war die Auswahl eines Partners mit Erfahrung im Umgang mit historischen Betrieben zentral. Vertreter der Familie verweisen auf die besondere Bedeutung des Tomaselli für die Salzburger Bevölkerung und betonen, man habe einen verlässlichen Betreiber gesucht, der das Haus „mit Respekt vor seiner Geschichte“ weiterführt. Vereinbart ist, dass Name und Charakter des Cafés erhalten bleiben. Das bestehende Angebot – von klassischen Mehlspeisen bis zu Kaffeespezialitäten – soll ebenso fortgeführt werden wie das eingespielte Team in Küche und Backstube.

GMS-Gourmet-Geschäftsführer Herbert Fuchs kündigt an, die Identität und Tradition des Cafés zu bewahren und zugleich Erfahrung aus vergleichbaren Häusern einzubringen. Das Tomaselli soll auch künftig ein zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucherinnen und Besucher der Stadt bleiben. Zugleich ist eine „zukunftsorientierte Weiterentwicklung in kleinen Schritten“ vorgesehen, um das historische Kaffeehaus behutsam an veränderte Gästebedürfnisse und Marktbedingungen anzupassen – ohne den Charakter des Salzburger Wahrzeichens grundsätzlich zu verändern.

Altersgrenze für Tiktok & Co.: Österreichische Koalition stellt Weichen

30.03.2026


Die österreichische Bundesregierung stellt die Nutzung sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche neu auf. Die Koalition aus der konservativen ÖVP, der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos hat sich auf ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige geeinigt. Vizekanzler Andreas Babler kündigte in Wien an, dass die Eckpunkte für einen entsprechenden Gesetzentwurf stehen. Nach seinen Angaben war der Kompromiss das Ergebnis zäher Verhandlungen zwischen den Regierungspartnern.

Das Verbot soll den Zugang zu Online-Plattformen wie Tiktok oder Instagram für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren einschränken. Details zur praktischen Umsetzung der Alterskontrollen wurden noch nicht bekanntgegeben. Der Gesetzentwurf soll bis Juni ausgearbeitet und anschließend im Parlament beraten werden. Damit schließt sich Österreich einer internationalen Debatte über strengere Regeln für junge Nutzer sozialer Medien an.

Parallel zum Verbot plant die Regierung eine Reform der Lehrpläne für die Oberstufen der österreichischen Schulen. Vorgesehen ist das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“. Schülerinnen und Schüler sollen darin lernen, wahre von falschen Nachrichten zu unterscheiden und demokratiefeindliche Einflussversuche zu erkennen. Die Medienkompetenz junger Menschen soll damit gezielt gestärkt werden, um sie im digitalen Raum widerstandsfähiger gegen Desinformation zu machen.

Auslöser für die verschärfte Diskussion über Altersgrenzen in Onlinenetzwerken war unter anderem ein seit Dezember in Australien gültiges Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Dieses Modell hatte in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern Aufmerksamkeit erregt. Auch auf EU-Ebene wird inzwischen über eine einheitliche Altersgrenze für Social-Media-Plattformen beraten. Österreich positioniert sich mit dem nun eingeleiteten Gesetzgebungsverfahren früh in einer Auseinandersetzung, die den Umgang Europas mit globalen Digitalkonzernen langfristig prägen dürfte.